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GAIO: Wie Sie für und durch KI sichtbar werden

Suchmaschinen beantworten Fragen immer öfter selbst, LLMs recherchieren im Internet. Die Quellen erscheinen als Fußnoten, nicht als Links. Zusätzlich zu SEO wird daher auch GAIO immer wichtiger: Es geht darum, Content so zu gestalten, dass KI-Modelle deine Inhalte verstehen und Ihre Marke erwähnen. Wie gelingt das?

Früher fanden Nutzer auf den Suchergebnisseiten von Google und anderen Suchmaschinen eine Reihe von Treffern mit Anbieter (Logo und Name), URL, Seitentitel und Textauszug.

Heute fasst bei vielen Suchanfragen ein KI-Modell die Ergebnisse zusammen – und zwar oberhalb der klassischen Suchergebnisse oder – im neuen KI-Modus von Google – auf einer eigenen Seite. Der Nutzer erhält keine geordneten Empfehlungen mehr, auf welchen Seiten seine Frage wahrscheinlich am besten beantwortet wird, sondern direkt die Antwort.

Er muss also keinen Link mehr anklicken. Und das heißt: Bei den Contentanbietern bricht zunächst einmal der Traffic ein.

Sichtbar bleibt hier nur, wer in der KI-Antwort als Quelle auftaucht. Dazu müssen Google, Bing, Perplexity und im Übrigen auch chatbasierte KI-Tools (ChatGPT, Claude, Grok) die Inhalte lesen, verstehen und gut bewerten – klingt nach SEO, funktioniert jedoch ein bisschen anders. Für Content-Publisher entsteht ein neues Betätigungsfeld, das neue Anforderungen mit sich bringt. 

Für dieses Feld wurden verschiedene Begriffe vorgeschlagen. Der allgemeine Favorit scheint „Generative AI Optimisation“ zu sein, kurz: GAIO. Diesen wollen wir auch hier verwenden. Alternative Begriffe sind „Generative Engine Optimisation“ (GEO) und „Large Language Model Optimisation“ (LLMO).

Was ist GAIO?

Unter „Generative AI Optimisation“ fallen alle Maßnahmen, die dazu dienen, Content und Daten KI-gerecht zu gestalten beziehungsweise aufzubereiten. Das heißt vor allem, dass generative KI-Modelle Aussagen einordnen, Datenpunkte extrahieren und deine Seite als Quelle nennen können.

Im Fokus von GAIO stehen dabei derzeit:

  • Google („Übersicht mit KI“),
  • Bing (mit einem ähnlichen Feature namens „Copilot Search“),
  • Perplexity (die „KI-Suchmaschine“),
  • ChatGPT (das längst auch Websites durchsuchen kann) sowie
  • weitere KI-basierte Chats (von Anthropic, Mistral, xAI, DeepSeek und anderen Anbietern).

GAIO optimiert nicht unbedingt für klassische Ranking-Signale, auch wenn es, wie gesagt, durchaus Überschneidungen mit SEO gibt. Die Priorität liegt, vereinfacht gesprochen, nicht so sehr auf Keywords, sondern auf Zitierbarkeit.

Warum wird GAIO immer wichtiger?

Die meisten Suchenden klicken nicht mehr. 2024 endeten 59,7 % der EU- und 58,5 % der US-Google-Suchen ohne Klick. Die Session wurde also direkt nach der Anzeige der Ergebnisseite beendet (die auch ohne KI bereits viele Informationen liefern kann), oder es wurde eine neue Suchanfrage gestellt.

Es wird zwar nicht für jede Suchanfrage eine KI-Übersicht angezeigt, doch es ist immer häufiger der Fall. Google hat „AI Overviews“ seit Oktober 2024 in mehr als 200 Ländern ausgerollt. Laut Google-CEO Sundar Pichai haben mehr als 2 Milliarden Nutzer mindestens einmal eine solche KI-Zusammenfassung gesehen. Das zunächst experimentelle Feature ist mittlerweile die Norm, nicht die Ausnahme. 

Wie sehen KI-Suchergebnisse aus?

Im folgenden Abschnitt wollen wir uns ansehen, wie KI-Suchergebnisse aufgebaut sind und wie Quellen ausgewiesen werden. Dafür sehen wir uns nacheinander die relevantesten Suchmaschinen und Tools an.

Google

Die so betitelte „Übersicht mit KI“ erscheint weit oben auf der Suchergebnisseite – nur Ads sind gelegentlich noch darüber platziert. Wenn der Text dieser Übersicht eine gewisse Länge überschreitet, können Nutzer auf „Mehr anzeigen“ klicken.

In der Regel sind viele Absätze oder sogar einzelne Sätze mit Quellen versehen, und zwar als Link auf einem ellipsenförmigen Inline-Badge hinter dem Punkt (vergleichbar mit Fußnoten in wissenschaftlichen Arbeiten). Klickt man darauf, öffnet sich ein Overlay-Fenster mit einer Liste von Links, die Ähnlichkeit mit den klassischen Suchergebnisseiten aufweist.

Man muss ehrlich sein: Die Chance, dass Nutzer eine dieser Seiten besuchen, dürfte gering sein. Unternehmen bleibt jedoch nicht viel anderes übrig, als eine Platzierung in diesen recht verborgenen KI-Quellen anzustreben.

Microsoft

„Copilot Search“ heißen die KI-Übersichten bei Bing. Sie sind ähnlich aufgebaut wie bei Google.

Einen signifikanten Unterschied gibt es allerdings: Die Quellen werden nicht nur beim Icon-Klick in einem Fenster angezeigt, sondern auch als Kacheln unterhalb der KI-Zusammenfassung. Für Unternehmen bedeutet das eine höhere Sichtbarkeit und eine höhere Chance, dass Nutzer sich die Seiten tatsächlich ansehen.

Perplexity

Perplexity, die „KI-Suchmaschine“, hat von Anfang an das geliefert, was Google und Bing heute als zusätzliches Modul anzeigen, wenn es nach Berechnungen des Algorithmus sinnvoll erscheint.

Hat Perplexity die „AI Overviews“ also perfektioniert?

Eigentlich sehen sie nicht viel anders aus als bei Google oder Bing. Die kleinen Unterschiede:

  • Es werden Quellen-Kacheln oberhalb des Textes angezeigt.
  • Statt eines Icon-Badges wird der Name der primären Quelle angegeben.
  • Die Anzahl der weiteren Quellen wird ebenfalls auf dem Badge angezeigt.
  • Es gibt einen Reiter namens „Quellen“ mit einer Gesamtübersicht derselben.
  • Perplexity beantwortet Fragen meist ausführlicher.

Alles in allem ist Perplexity etwas anbieterfreundlicher und platziert Quellen etwas prominenter und einladender als Google oder Bing. Aus Sicht von Unternehmen scheint es daher begrüßenswert, wenn Nutzer sich entschließen, die „KI-Suchmaschine“ auszuprobieren.

ChatGPT

ChatGPT und andere LLM-basierte Chats fallen ein wenig aus der Reihe, sollen hier aber nicht unerwähnt bleiben.

Die Websuche ist bei diesen Tools in den Chat integriert: Anstelle einer Suchergebnisseite erscheint eine Antwort im Dialogfenster. 

Bei ChatGPT werden Quellen, wie bei Perplexity, namentlich ausgewiesen. Neben den gewohnten Badges gibt es einen „Quellen“-Button unter der Antwort, der jedoch kein Overlay-Fenster, sondern eine Sidebar öffnet.

Die Lösungen anderer LLM-basierter Chats sehen ähnlich aus. Interessante Abweichungen: 

  • Grok und Qwen haben bei unseren Tests oft erst auf Nachfrage Quellen aufgelistet, 
  • Mistral verlinkt Quellen nicht als Badges, sondern über klickbaren Text (Wörter oder Phrasen).
  • DeepSeek, Copilot und MiniMax nummerieren Badges, statt Icons oder Namen anzuzeigen.

Im Großen und Ganzen sind sich Suchmaschinen und LLMs sehr ähnlich, wenn es um Zusammenfassungen von Suchergebnissen und Quellenangaben geht. Was für Unternehmen eine gute Nachricht ist: So bleibt es dir – wie größtenteils auch im SEO-Bereich – erspart, verschiedene Maßnahmen für verschiedene Tools durchzuführen.

Zahlen, Daten, Fakten zum Thema GAIO

Suchergebnisse verschieben sich also in Richtung „AI Overviews“: Google und andere Suchmaschinen liefern fertige Antworten, zitieren Quellen – und reduzieren klassische Klicks. 

Aber wie stark ist der Trend wirklich? Lohnt es sich, als Marketer GAIO in Angriff zu nehmen, oder würde man hier mit viel Aufwand wenig Nutzen erzielen? 

Hier sind ein paar Zahlen, um die Relevanz von GAIO besser einzuordnen:

  • Die GAIO-Prävalenz steigt: Der Anteil der Suchanfragen mit AI Overviews stieg von 6,49 % (Januar 2025) auf 13,14 % (März 2025) – bei 10 Millionen untersuchten Keywords. Das betrifft nicht nur Informational-Keywords, sondern auch Navigational-Keywords (0,74 % → 1,43 %) und Commercial-Keywords (6,28 % → 8,69 %). (Semrush
  • Die am häufigsten verlinkten Quellen in AI Overviews sind Wikipedia, YouTube und Reddit – insgesamt 15 %. (Pew Research Center)
  • Zero-Click ist die neue Norm: 59,7 % (EU) und 58,5 % (USA) aller Google-Suchen endeten bereits 2024 ohne Klick – ein Trend, der sich durch AI Overviews nur verstärkt hat. (SparkToro)
  • Gibt es keinen AI Overview, klicken 15 % der Nutzer auf einen Link. Mit AI Overview halbiert sich der Anteil ungefähr auf 8 %. Jetzt kommt die wirklich schlechte Nachricht für Publisher: Auf Links innerhalb der AI Overviews klickt nur 1 % der Nutzer. (Pew Research Center)
  • Die Click-through-Rate von Seiten auf Position 1 verringert sich um 34,5 %, wenn es einen AI Overview gibt. (Ahrefs)
  • Aber: Optimierung ist möglich und führt zu messbaren Verbesserungen, nämlich bis zu 40 % mehr Sichtbarkeit in generativen Antworten. (GEO: Generative Engine Optimization)

Die Zahlen zeigen deutlich: AI Overviews muss man als Marketer ernst nehmen. Wer seine Inhalte KI-verständlich und KI-zitierfähig macht, erhält einen größeren Anteil der verbliebenen, aber dafür umso wertvolleren Klicks.

Wie optimiere ich Content für KI-Systeme?

Wie startest du am besten mit der „neuen SEO“? Der folgende Guide führt dich in 6 einfachen Schritten durch die grundlegenden Maßnahmen.

1) Fragenkatalog entwickeln

Klassische Keyword-Listen reichen also nicht mehr aus, um Inhalte für generative KI zu optimieren. Womit beginnst du die Content Creation dann am besten?

Sichtbarkeit entsteht nicht mehr dadurch, dass man Menschen hochwertige Inhalte anbietet. Man muss Maschinen plausible Antworten präsentieren, die sie (wortwörtlich oder paraphrasiert) übernehmen können. 

Google betont: Es braucht kein spezielles Markup für KI-Erwähnungen, wohl aber strukturierte, hilfreiche Inhalte, die leicht gecrawlt werden können.

Das klingt genau wie SEO, wirst du vielleicht sagen. Die Betonung liegt jedoch auf dem Wort „strukturierte“: Am liebsten ist der KI das FAQ-Format.

Statt Fokus- und Neben-Keywords zu definieren, solltest du daher einen Fragenkatalog entlang der Customer Journey entwickeln: Was könnte deine Zielgruppe in jeder Phase interessieren – und was würde man in die Suchmaschine eintippen, um die entsprechenden Informationen zu finden?

Am besten startest du mit einer Rollen-und-Phasen-Matrix und leitest daraus die ersten Fragen ab. Das gibt dir eine Orientierung, in welche Richtung du denken solltest.

Weitere Fragen für deinen Fragenkatalog lassen sich anschließend auf vielfältige Weise finden:

  • Brainstorme gemeinsam mit dem Rest des Marketing-Teams am Whiteboard.
  • Sprich mit Kollegen aus anderen Abteilungen.
  • Frag ChatGPT und andere LLM-Chats.
  • Frag Google.
  • Nutze das Autocomplete-Feature von Suchmaschinen.
  • Probier Keyword-Recherche-Tools aus.
  • Lies Wikipedia-Einträge und folge den Links.
  • Schau dir die Websites und Social-Media-Accounts von Wettbewerbern an.
  • Tritt Social-Media-Gruppen bei und lies dort mit.
  • Durchsuche Foren und Verzeichnisse.
  • Lade sowohl Marketing-Whitepaper als auch wissenschaftliche Studien herunter.

Mit diesen Optionen sollte es dir leicht fallen, innerhalb kürzester Zeit einen umfangreichen Fragenkatalog zu erstellen. Die Anzahl der Fragen ist zweitrangig: Wenn du den Eindruck hast, alle relevanten Aspekte abzudecken, folgt der nächste Schritt.

2) Auf Antworten fokussieren

Wähle ein Thema und markiere in deinem Fragenkatalog die wichtigsten Fragen in diesem Kontext. Überlege dann, welche Antwort eine KI idealerweise geben würde, damit deine Inhalte zitiert werden – oder, noch besser, euer Unternehmen namentlich erwähnt.

Nun geht es an die Erstellung der Inhalte, zum Beispiel in Form von Blogartikeln. 

Schreib vor allem „answer-first“: Am Anfang des Artikels sollte, wie es laut Google ja bereits für Featured Snippets gilt, eine prägnante Antwort auf die Kernfrage stehen – eine Art Executive Summary, nur noch komprimierter –, gefolgt von kurzen Absätzen, die jede Behauptung mit Links zu Quellen absichern. Auch das ist nicht neu.

Für den Rest des Artikels kannst du im Wesentlichen den allgemeinen SEO-Empfehlungen folgen. Zwei Dinge sind jedoch zu beachten:

  1. Denke und schreibe in Fragen und Antworten.
  2. Belege möglichst viele Behauptungen mit Quellen.

Wähle dabei selbst einen Richtwert für die „Quellendichte“ (analog zur „Keyworddichte“, die man in den Anfangszeiten der Suchmaschinenoptimierung gemessen hat). Nimm dir beispielsweise vor, pro 500 Wörter mindestens eine Quelle zu verlinken. Das zeigt der Suchmaschine und der KI, dass du gründlich recherchierst und deine Artikel wahrscheinlich viele interessante und vor allem zitierbare Informationen beinhalten.

Gegen Ende des Artikels solltest du unbedingt FAQs mit allen noch nicht beantworteten Fragen aus deinem Fragenkatalog integrieren, da diese aufgrund des Formats natürlich besonders gute Chancen haben, in KI-Ergebnissen aufzutauchen.

3) Entity & Evidence SEO

Die Fragen in deinem Artikel solltest du möglichst konkret formulieren – mit Unternehmensnamen, Marken, Produkt- und Servicebezeichnungen, Fachbegriffen, Zahlen. So kann die KI die Fragen und Antworten in den richtigen Kontexten einordnen. 

Dabei helfen unter anderem …

  • konsistente Bezeichnungen,
  • Autorenprofile, 
  • sichtbare Aktualisierungsdaten,
  • strukturierte Daten (Schema) und
  • Trust-Signale (z. B. Backlinks).

SEO-Experten, die sich mit strukturierten Daten und der Schema-Hierarchie beschäftigt haben, kennen diese Elemente als „Entitäten“.

Doch es geht nicht nur darum, dass die KI-Crawler von Suchmaschinen und LLMs deine Antworten finden und richtig verstehen (wenngleich die Modelle immer intelligenter werden und daher immer besser interpretieren). Die Behauptungen, die du aufstellst, müssen auch fundiert wirken: Du brauchst Belege – und zwar nach Möglichkeit von renommierten Institutionen. Das ist SEO-Experten nicht neu, die bereits seit Jahren darauf achten, dem Google-Algorithmus gegenüber „E-E-A-T“ zu signalisieren: 

  • Experience (Erfahrung), 
  • Expertise (Fachwissen), 
  • Authoritativeness (Autorität) und 
  • Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit).

Insgesamt besteht die perfekte KI-Antwort aus einem zitierfähigen Kernsatz mit interessanten Details (insbesondere Zahlen, Daten, Fakten) und einem Link zu einer Quelle, die selbst den E-E-A-T-Kriterien entspricht.

Die Quellen müssen im Übrigen nicht immer wissenschaftliche Studien sein: Du kannst auch Datenblätter, Listen oder Vergleichstabellen verlinken, wo es sinnvoll erscheint.

4) Distribution über die eigene Domain hinaus

Wenn du der KI noch deutlicher zeigen willst, dass deine Inhalte hochwertig sind und Nutzern ausgespielt werden sollten, kannst du versuchen, selbst zur Quelle zu werden. Wenn deine Texte auf einem fremden Blog oder in Fachpublikationen auftauchen und du namentlich genannt wirst, erhöht sich zum einen die Chance, dass die KI sie findet, zum anderen erhalten Informationen, die auf zwei verschiedenen Websites auftauchen, natürlich mehr Gewicht.

5) Technische Aspekte

Damit deine Inhalte in KI-Antworten auftauchen, müssen sie möglichst leicht auffindbar sein, von einer Maschine interpretiert werden können und – dank renommierter Quellen – plausibel erscheinen. Idealerweise hast du die wichtigsten Aussagen schon zitierfähig formuliert.

Ein zweiter Punkt: die HTML-Struktur. Diese sollte einfach und verständlich sein, die Headlines hierarchisch sortiert mit nur einer einzigen H1. Absätze sollten gekennzeichnet sein. Listen erleichtern es, Informationen aufzunehmen – auch der KI.

Aus technischer Sicht außerdem wichtig: Crawlability. 

Lass grundsätzlich zu, dass KI-Crawler deine Seite auswerten. Falls nötig, kannst du einzelne Seitenelemente ganz einfach per HTML-Attribut ausblenden, z. B. Preisangaben. Das machst du so:

				
					<span data-nosnippet="true">Dieser Text wird nicht in Snippets angezeigt.</span>

				
			

Als Faustregel für den Umgang mit Crawlern sollte gelten: so offen wie möglich, so restriktiv wie nötig.

Das heißt:

  • Googlebot erlauben: Ohne reguläres Crawling keine Sichtbarkeit – auch nicht in KI-Modulen. Du solltest die robots.txt daher simpel halten und nur die absolut notwendigen Ausnahmen regeln.
  • Google-Extended erlauben: Das ist der Schalter für Googles KI (z. B. Gemini), separat vom „normalen“ Crawling für das SERP-Ranking. Der „KI-Crawler“ lässt sich also ohne SEO-Beeinträchtigungen deaktivieren, verhindert allerdings auch, dass deine Inhalte in KI-Antworten zitiert werden. Wir denken: Was der reguläre Google-Crawler sehen und zitieren darf, sollten auch andere Crawler sehen und zitieren dürfen.
  • Weitere KI-Crawler erlauben: Du kannst die Crawler von OpenAI, Anthropic, Perplexity und anderen Anbietern einzeln sperren. Eine Liste findest du hier. Wir empfehlen jedoch maximale Offenheit für allgemein zugänglichen Content, egal, um welchen Crawler es sich handelt.

Du hast Premium-Inhalte, die du monetarisieren willst? Anstatt diese komplett zu sperren, kannst du Zugriffe auch lizenzieren! Cloudflare bietet dafür einen „Pay per Crawl“-Mechanismus an, bei dem die Zahlungsabwicklung über Cloudflare erfolgt.

Übrigens: Die von KI-Forscher Jeremy Howard vorgeschlagene llms.txt, die neben der robots.txt Anweisungen für Maschinen, in diesem Fall eben KI-Systeme, enthalten sollte, wird aktuell von keinem größeren KI-Crawler berücksichtigt. Schaden kann eine solche Datei nicht, doch auch der Nutzen dürfte sehr begrenzt sein.

6) Messung

Das Kernproblem der Messung deiner GAIO-Erfolge besteht darin, dass Klicks auf Links in KI-Antworten in der Google Search Console eingerechnet, aber nicht separat ausgewiesen werden. 

Was kannst du tun?

Notiere 50 Fragen entlang der Customer Journey deiner Kunden, für die KI-Antworten ausgegeben werden. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen, lohnt sich aber – zumal die Liste auch außerhalb der GAIO-Messung nützlich sein kann.

Einmal im Monat oder im Quartal prüfst du, ob dein Unternehmen oder deine Marke in den wichtigsten Suchmaschinen erscheint:

  • Google,
  • Bing,
  • Perplexity und
  • ChatGPT.

Zähle die Antworten, in denen du vorkommst, und teile diese durch die Anzahl der geprüften Fragen – so erhäötst du einen einzigen Wert, an dem du auf einen Blick ablesen kannst, ob du Fortschritte machst oder nicht. 

Optional kannst du die Qualität der Nennung bewerten:

  • Ist dein Unternehmens- oder Markenname direkt sichtbar? 
  • Wirst du mehrfach erwähnt?
  • Ist dein Logo abgebildet?

Es ist davon auszugehen, dass diese Vorgehensweise auf absehbare Zeit durch bessere Methoden abgelöst wird. Beispielsweise könnte dafür ein neuer Menüpunkt in der Google Search Console hinzugefügt werden.

Häufig gestellte Fragen zum Thema GAIO

Die folgenden Fragen stellen sich derzeit wohl viele SEO-Experten und andere Marketer:

Ist GAIO eigentlich nur SEO?

Tatsächlich gibt es viele Überschneidungen zwischen SEO und GAIO. Wer seine Website für die klassische Suche optimiert, hat bereits gute Chancen, auch in den neuen KI-Antworten aufzutauchen.

Doch diese Chancen lassen sich durch gezielte Maßnahmen weiter steigern.

SEO-Maßnahmen bleiben dabei die Basis. Indexierbarkeit, Website-Autorität und auch technische Aspekte, insbesondere die Ladezeiten, spielen weiterhin eine wichtige Rolle für Suchmaschinen.

Tabelle SEO vs. GAIO

GAIO ergänzt, vereinfacht gesprochen, eine bestmögliche Zitierbarkeit: eine unmissverständliche Kontexteinordnungen, eine Tendenz zur Frage-Antwort-Struktur und eine hohe Quellendichte.

Bringen AI Overviews überhaupt Traffic?

Es kommt auf die Suchanfrage an. 

Bei einfach zu beantwortenden Fragen sinken die Klickzahlen, da für den Nutzer kein Grund besteht, sich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen.

Bei komplexeren Sachverhalten hingegen kann zumindest die Qualität des Traffics steigen: Nutzer wollen es genau wissen, lesen länger und konvertieren eher. Damit gewinnen Longtail-Keywords an Bedeutung (also sehr spezifische Suchanfragen), während eine gute Platzierung bei den sonst hart umkämpften Shorttail-Keywords in vielen Fällen keinen Effekt mehr hat, weil der AI Overview die grundlegenden Fragen – etwas nach der Definition des gesuchten Begriffs – hinreichend beantwortet.

Ein Beispiel: Nutzer, die nach „gaio“ googeln, wollen oft nur wissen, was das eigentlich ist. Wer hingegen „gaio tipps blogartikel 2025“ sucht, interessiert sich für Details und klickt eher auf die Quellen.

Dementsprechend lautet die Empfehlung, bei Content ab jetzt noch mehr in die Tiefe zu gehen. Definitionen, Zusammenfassungen und kurze Listen gehören natürlich weiterhin in einen guten Blogartikel, jedoch sollten auch spezielle Aspekte darin vorkommen, die so ausführlich dargelegt sind, dass sie sich kaum über einen AI Overview abbilden lassen.

Welche Formate funktionieren für GAIO am besten?

Kurz gesagt: Inhalte mit hohem „Answer Value“ wie präzise Definitionen, Step-by-Step-Anleitungen, Entscheidungshilfen, Vergleichstabellen, FAQ-Sammlungen, Glossare, alle möglichen Arten von Daten oder Zitate renommierter Experten.

Fazit

AI Overviews sind nicht nur ein neues Feature, sondern im Grunde ein eigener Kanal, den man ernst nehmen muss – weil er die klassischen Suchergebnisse in vielen Fällen ersetzt. Für bestimmte Arten von Queries verschiebt sich die Sichtbarkeit vom Ranking hin zum AI Overview.

Nur wer verständliche, fundierte, zitierfähige Texte bereitstellt, bleibt relevant. 

Im Klartext heißt das: bei Antworten schnell auf den Punkt kommen, Quellen sorgfältig auswählen und verlinken, maschinenlesbare Daten anbieten (Schema, Tabellen, Listen), sich selbst auf anderen Websites als Quelle platzieren und Zugriffsrechte verwalten (kostenlose Inhalte freigeben, wertvolle Inhalte schützen). 

Miss den Erfolg deiner Optimierungsmaßnahmen nicht nur in Klicks, sondern auch über den Anteil an AI Overviews und LLM-Antworten, in denen du auftauchst.

Next Steps: 

  • Optimiere bestehende Inhalte, 
  • definiere Crawler- und gegebenenfalls Lizenzregeln, 
  • entwickle einen Fragenkatalog, den du tracken willst, 
  • schreib dazu passende Texte und
  • verankere eine regelmäßige Überprüfung in deinen Routineprozessen.

Wenn du alles richtig machst, kannst du dir jetzt einen bedeutenden Vorsprung vor Wettbewerbern verschaffen, die sich aktuell noch auf SEO beschränken.

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